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Elf Iphöfer – eine Liebeserklärung

Iphofen. »Hier ist es, wo ich gerne bin.« Das ist mehr als nur ein Satz. Es ist eine Botschaft von Zufriedenheit und Glück. Und es ist genau das, was die elf Menschen empfinden, die Catherine Avak für ihr Kunstprojekt porträtiert hat: »Elf Iphöfer« – Einheimische, Heimgekehrte und Zugezogene.

Catherine verliebte sich 2013 in die Stadt und die Landschaft rund um Iphofen und war noch im selben Jahr aus München an den Rand des Steigerwaldes gezogen. Hier angekommen, lernte sie immer wieder Menschen kennen, die aus dem selben Grund in Iphofen wohnen. Doch was macht den Zauber dieses Ortes aus, an dem sich Einheimische wie Zugezogene gleichermaßen heimisch fühlen? Woran liegt es, dass es Ihnen hier so gut gefällt? Mit ihren Porträts, mit der Auswahl der Orte, an denen sie sich fotografieren ließen, aber auch mit kurzen Gedanken erlauben die »Elf Iphöfer« dem Betrachter einen kleinen Einblick in ihr Leben und in ihre Gefühle für die bekannte Stadt im Fränkischen Weinland.

Emil Schweizer

geboren 1995

Emils Mutter erzählt: »Als Emil vier oder fünf Jahre alt war, machten wir einen ­Tagesausflug. Am Nachmittag drängte Emil darauf, ›ganz schnell‹ wieder nach Hause zu fahren. Warum? ›Ich habe unser schönes Haus so lange nicht mehr gesehen. Ich vermisse es.‹« Emil sagt auch heute noch: »Ich liebe unser Haus!«.

Rosemarie Berthold

geboren 1927

»Ich liebe alle Iphöfer.«

Richard Roblee

reingeschmeckt 2006

Auf dem Land liegt ein Städtchen, wo man sich gut erholen kann.
Bist du müde oder gestresst, die Stadt hält dich fest.
Sie heißt Iphofen.

Geh’ spazieren durch die Straßen, so sagt man: »Wie geht’s?« und auch »Grüß Gott!«
Und der Wein, der ist fein, egal in welchem Lokal.
Bei uns in Iphofen.

Manche sagen »Hier ist nichts los. Gehen Sie doch woanders hin!«
Dann ich sage: »Hört mal, Freunde, hier ist, wo ich gerne bin!«

Vor dem Haus in der Altstadt hört man Musik an jedem Tag.
Das Klavier, die Posaune und der Hund machen die Laune.
Bei uns in Iphofen.

Sabrina Bausewein

geboren 1980

»Ich bin Hotelmeisterin! Durch meine ­Ausbildung und die berufliche Erfahrung hätte ich überall auf der Welt arbeiten können. Aber ich wollte nicht weggehen. Ich bin froh und dankbar, dass ich hier in Iphofen mein Altstadthotel bauen und eine eigene Familie gründen durfte – das ist in meinem Beruf keinesfalls selbstverständlich. Warum hätte ich weggehen sollen? Ich fühle mich hier wohl und in mein kleines Hotel kommt die ganze Welt zu Gast.«

Jutta Huhn

geboren 1970

»Ich liebe die Kreativität meines Berufes. Die Spiritualität und Inspiration für meine Arbeit als Goldschmiedemeisterin finde ich hier, in dem Ort, in dem ich als eines der letzten Babys im ›Alten Krankenhaus‹ geboren wurde. Viele Reisen in die Ferne haben mich differenzierte Betrachtungsweisen gelehrt, aber als ich wieder zurückkam, fand ich hier das Gefühl von Heimat. Sie ist hier, wo meine Kinder aufgewachsen sind. Wo Freunde sind. Wo man sich kennt und grüßt. Hier finde ich die Ruhe und Kraft für mein ganzes Sein. Hier kann ich mich entfalten.«

Andi Weigand

geboren 1991

»Ich habe das große Glück, dass meine Eltern nie von uns Kindern erwartet haben, dass wir den elterlichen Betrieb über­nehmen. Sie gaben mir immer das Gefühl der Freiheit. Irgendwann merkte ich aber selbst, was es für ein geiles Gefühl ist, den eigenen Wein anzubauen. Dies erfüllt mich mit Stolz und mit Freude.«

Catherine Avak

reingeschmeckt 2013

»Einige Monate nach meinem Umzug nach Iphofen ist mir aufgefallen, dass mir bei Heimat- und Heimweh-Themen nicht mehr wie sonst immer die Tränen kamen. Wie konnte das sein? Wo hatte das starke Gefühl von Daheimsein begonnen? Und wann? Die Antwort lautet: Es war der Moment, als ich mich entschloss, nach meinem Tod im Friedwald auf dem Schwanberg begraben zu werden. Dies gab mir das Gefühl von Gemeinschaft wie sonst nichts anderes in meinem Leben. Die Schwestern der Communität Casteller Ring, »mein« Pfarrer, der herzliche Empfang in Iphofen, meine neuen Freunde und die wunderbare Stadt selbst bilden die weiteren Glieder dieses unbeschreiblichen Gefühls. Danke!«

(Ein Selbstportrait)

Lukas Rönninger

geboren 1991

»Ich war ja schon weg … München, erstes Jahr bei Stefan Marquard, bekanntlich auch stolzer Franke. Bin mit einem Arbeitskollegen (Urköllner) auf Heimaturlaub in Iphofen gewesen. Hatte gar nicht die Absicht, ihn zu überzeugen, wollte ihm eigentlich nur zeigen warum wir Franken sind, wie wir sind. ER hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die halbe Welt bereist und selbst er wusste nicht, warum ICH hier noch einmal weg soll. Es war der Moment, an dem ich beschloss, nicht ins Ausland zu gehen, sondern recht bald mein jetziges Leben zu beginnen. Ich war vier Jahre am Stück weg, das genügt.«

Siegfried Eydel

geboren 1947

»In jungen Jahren waren meine Frau und ich beruflich unterwegs, in Baden-Württemberg, Schweiz und schließlich im Allgäu. Kurz bevor wir unsere neue ­Stelle antraten, trafen wir unsere ehemalige Chefin vom Zehntkeller in Iphofen wieder. Wir ließen uns gerne überreden, wieder nach Iphofen zu kommen. 1978 machten wir uns dann selbstständig mit dem ›Wirtshaus zum Kronsberg‹. Jetzt führen wir noch unser kleines Gästehaus und genießen unser Rentenalter im schönen Iphofen.«

Judyann Roblee

reingeschmeckt 2006

»Es ist die Geborgenheit: Die Leute ­kümmern sich und haben das immer getan – um die Gebäude, um die Landschaft, vor allem aber um die Menschen. Früher, als wir hier in Urlaub waren, haben wir immer gesagt: ›Hier zu leben, das wär’ ein Traum.‹ Wir haben unseren Traum verwirklicht, ein 250 Jahre altes Haus umgebaut und alle haben uns sehr unterstützt. Wir lieben dieses Haus. Es ist wunderbar.«

Wolfgang Gresner

reingeschmeckt 2013

»Mein halbes Leben habe ich im Harz verbracht. Aber schon seit 25 Jahren hat es meine Frau und mich ein- bis zweimal im Jahr nach Unterfranken gezogen – nicht nur, weil ab und zu der Weinvorrat auf­gefüllt werden musste. Hier haben wir uns sofort wohlgefühlt, wir wurden immer herzlich aufgenommen. Dieser reizende Ort, die abwechslungsreiche Umgebung, das angenehme Klima und vor allem die freundlichen, hilfsbereiten Menschen haben es uns angetan. Nach dem Ende des Berufslebens sind wir hierher gezogen. Es war eine der besten Entscheidungen unseres Lebens!«