Bereitschaft ist Voraussetzung.

Was es braucht

Nicht jedes Unternehmen, das über ein Identitätswerk nachdenkt, ist bereit für die Arbeit, die damit verbunden ist. Das hat nichts mit Größe zu tun, nicht mit Branche, nicht mit der Frage, ob das Thema Identität relevant wäre. Es hat damit zu tun, ob die Bereitschaft da ist, sich auf eine Auseinandersetzung einzulassen, die Präzisierung verlangt, Festlegung, und an manchen Stellen das Weglassen von etwas, das vertraut ist.

Diese Bereitschaft zeigt sich früh. Manchmal schon in der Art, wie ein erstes Gespräch zustande kommt. Ob die Anfrage von einem Familienmitglied selbst kommt oder delegiert wurde. Welche Fragen gestellt werden und welche nicht. Ob das Gespräch eine Suche ist oder eine Prüfung. Solche Zeichen sind leise, aber sie sind verlässlich.

Dabei geht es nicht um eine Prüfung von einer Seite. Beide Seiten spüren früh, ob das, was sie mitbringen, zueinander passt – ob der Moment stimmt, ob das Anliegen reif ist und ob eine Zusammenarbeit tragen kann. Wenn diese Stimmigkeit nicht da ist, schützt das beide.

Was die Arbeit voraussetzt, ist keine ungewöhnliche Haltung. Es ist die Bereitschaft, das eigene Selbstverständnis nicht als gegeben hinzunehmen, sondern es zu befragen. Sich Zeit zu nehmen für etwas, das sich nicht in einem Workshop klären lässt. Entscheidungen mitzutragen, deren Tragweite sich erst im fertigen Werk zeigt. Das klingt nach viel, aber Familien, die an diesem Punkt sind, wissen es in der Regel.

Im Laufe der Zusammenarbeit wächst diese Bereitschaft oft noch. Menschen, die anfangs vorsichtig waren, öffnen sich, wenn sie merken, dass die Arbeit nicht übergriffig ist, sondern gemeinsam geschieht. Die Grundbereitschaft muss am Anfang da sein. Aber sie muss nicht vollständig sein.

Wer sich in diesen Zeilen wiedererkennt, bringt vermutlich mit, was es braucht.